Rauchfreie Schule
   

Gute Gründe:

1.Je früher das Einstiegsalter, desto schwerwiegender die gesundheitliche Schädigung und desto wahrscheinlicher die Entstehung einer Abhängigkeit.
2. Rauchende Schüler unternehmen bereits kurze Zeit nach ihrem Einstieg in den Tabakkonsum erste Ausstiegsversuche. Es gibt also durchaus Motivation bei Schülern zur Verhaltensänderung - auch wenn diese für den Lehrer zunächst nicht sichtbar ist.
3. Rauchen ist für alle anderen Substanzen eine Einstiegsdroge, d. h., es gibt kaum Schüler, die übermäßig Alkohol und illegale Drogen konsumieren, wenn sie nicht zuvor mit dem Rauchen begonnen haben.
4. Schüler der Sekundarstufe 1 rauchen deutlich weniger, wenn klare Rauchverbote auf dem Schulgelände bestehen und diese konsequent umgesetzt werden.
5. In Schulen, in denen klare Regeln zum Rauchen existieren, gewinnen Lehrer an Glaubwürdigkeit. Die Lehrer-Schüler-Kommunikation verbessert sich.
6. Jeweils ein Drittel der Gelegenheitsraucher im Alter von 15 Jahren sind nach zwei Jahren
> starke Raucher > Gelegenheitsraucher > Nichtraucher.

Prävention in dieser Altersgruppe ist daher besonders wirkungsvoll, weil das Rauchverhalten noch nicht so festgelegt und noch stark beeinflussbar ist.

Schulische Maßnahmen

  • Die Schule entwickelt verbindliche Vereinbarungen zum Umgang mit dem Rauchen. Diese Vereinbarungen beziehen sich auf Regeln, auf Maßnahmen zur Umsetzung der Regeln und auf Maßnahmen, die den Einstieg in das Rauchen verhindern bzw. den Ausstieg erleichtern.
  • Die Entwicklung dieser Vereinbarungen besitzt Prozesscharakter, dass heißt es wird von jeder Schule ein eigener Weg zur Vereinbarung beschritten.
  • In die Entwicklung werden die verschiedenen Gruppen, die am schulischen Leben beteiligt sind, einbezogen.

6 Schritte „Auf dem Weg zur rauchfreien Schule“

1. Von der Absicht zur Entscheidung
2. Akzeptanz schaffen
3. Vorschlag an die Schulleitung bzw. Schulkonferenz
4. Umsetzung
5. Sanktionen
6. Beschluss „Rauchfreie Schule“

6 Schritte „Auf dem Weg zur rauchfreien Schule“

Es ist sinnvoll, den Prozess zur rauchfreien Schule durch Externe moderieren zu lassen, da es zu einer schulinternen Polarisierung zwischen den NichtraucherInnen und RaucherInnen in der Schule kommen kann. Hierzu stehen die Jugendschutzbeauftragten des Kreises oder MitarbeiterInnen der Koordinationsstelle schulische Suchtvorbeugung in Kiel (KOSS) zur Verfügung:


1. Schritt: Von der Absicht zur Entscheidung
• Philosophie und Ziele festlegen, Beschluss der Schulkonferenz vorbereiten

2. Schritt - Akzeptanz schaffen
• Die rauchfreie Schule funktioniert nur, wenn die Maßnahme akzeptiert ist.
• Die Schulkonferenz und Schulleitung haben den grundsätzlichen Auftrag erteilt.
• Eine Arbeitsgruppe wurde gebildet, in der LehrerInnen, SchülerInnen, Elternrat vertreten sind.
• Es ist weiterhin mit Widerstand zu rechnen, und wir nehmen uns vor, ruhig und besonnen zu argumentieren.
• Alle Betroffenen werden informiert, dass wir den Auftrag haben, einen Vorschlag zur Errichtung einer rauchfreien Schule zu entwickeln.

3. Schritt – Vorschlag an die Schulkonferenz / Schulleitung
Planung reicht nicht nur bis zur Einführung der Rauchfreien Schule, sondern bis mindestens 3 Jahre darüber hinaus. Etappenziele, Meilensteine, Zwischenberichte. (Falls Rauchorte nötig sind: Begründung, auch Begründung der Wahl der Standorte ) Information der Betroffenen (detailliert aufgelistet)
Geplante „Ereignisse“ zur Einführung der Maßnahmen
Kosten ermitteln
Verantwortliche für die Umsetzung benennen


4. Schritt - Umsetzung Je nach Schulkultur und Schulpolitik ist mehr oder weniger Arbeit nötig, um die beschlossenen Regelungen umzusetzen. Treffen Sie die für Ihre Schule richtige Auswahl aus den folgenden Vorschlägen:

Periodische Information aller Betroffenen über die Arbeitsschritte
Begründung der Maßnahme (im pädagogischen Unterricht)
Größtmögliche Beteiligung der Betroffenen am Prozess (Befragungen, Wunschbriefkasten, Vorschläge für „Sanktionen“, Mitgestaltung von „Events“...)


5. Schritt – Sanktionen als Beispiele / vor Ort zu entwickeln!

  • Sanktionen sollen Themenbezug aufweisen, nicht Strafcharakter haben:
  • Bei LehrerInnen: Lektüre von wissenschaftlichen Untersuchungen oder ähnliche Studien zur Dokumentation der Tatsache, dass im rauchfreien Umfeld das Einsteigen ins Rauchverhalten geringer ist. Bei wiederholten Widerhandlungen Kurzpräsentation solcher Studien vor den KollegInnen.
  • Bei SchülerInnen: Lektüre von altersgerechten Erklärungen über Tabakrauch und seine Wirkungen, einschließlich der besonderen Wirkung des Nebenstromrauchs (Passivrauch).
  • Bei Vereinen, die das Schulareal nutzen: Verwarnung, Nutzungsverbot.
  • Bei Hausmeister, anderem Personal, BesucherInnen (inkl. Handwerker bei Reparaturen...): Verwarnung, bei wiederholter Widerhandlung, Gespräch mit dem Schularzt/der Schulärztin, der Schulleitung, der Schulbehördenvertretung).

 

6. Schritt - Einführung rauchfreie Schule
Rauchfreie Schulen erfüllen die Bedingungen gesundheitsfördernder Schulen und stellen die Evaluation sicher.
Absolutes Rauchverbot und unterstützende Maßnahmen werden gelebt.

Ein schulisches Programm zum Rauchen wird erst dann glaubwürdig, wenn das Thema Rauchen im Unterricht und im Schulalltag integriert ist und regelmäßig behandelt wird. Einmalige Aktionen nutzen nichts!

Folgende Aktivitäten können Sie (als Arbeitsgruppe, Elternbeirat, Lehrerkonferenz oder Schulkonferenz) in Ihrem Schulleben installieren:

  • Legen Sie Unterrichtsinhalte zum Thema Rauchen fest, die verbindlich in den unterschiedlichen Klassenstufen behandelt werden
  • Initiieren Sie Projekttage zum Thema Rauchen und sichern Sie sich hierbei die Unterstützung von Drogenberatungsstellen oder Lehrerfortbildungsinstituten
  • Setzen Sie im Unterricht Präventionsprogramme zur Steigerung der Lebenskompetenzen um, z. B. die "Allgemeine Lebenskompetenz Fertigkeiten: ALF, Lionsquest, Fit und Stark, Eigenständig werden
  • Beteiligen Sie sich an Präventionsaktionen und Wettbewerben, wie z. B. Be Smart ? Don't Start
  • Installieren Sie in der Schule Ausstiegshilfen., d.h. Raucherentwöhnungs-programme für rauchende SchülerInnen / LehrerInnen
  • Informieren Sie die Eltern über das Thema Rauchen. Diskutieren Sie auf Elternabenden Präventionsmaßnahmen und den Umgang mit rauchenden Schülern zu Hause und in der Schule.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat ein Manual „Auf dem Weg zur Rauchfreien Schule“ herausgegeben, dies kann kostenlos angefordert werden unter: Internet: www.bzga.de oder Mail: order@bzga.de